Neuronale Plastizität –
Die Basis des Lernens

 

Kognitive Neurorehabilitation basiert auf dem Prinzip der neuronalen Plastizität. Neuronale Plastizität beschreibt die Veränderbarkeit des Nervensystems.
Sämtliche Lernprozesse gesunder und erkrankter Menschen basieren auf diesem Prinzip. Durch verschiedene innere und äußere Reize können im Gehirn neue Verbindungen geschaffen und durch Wiederholung gestärkt oder durch „Nicht-Verwendung“ geschwächt werden. Als Ergebnis dieses Prozesses können sich ganze Hirnareale verändern und an die jeweiligen Anforderungen anpassen.
Das Gehirn ist also ein wenig wie eine Pflanze, die wachsen, sich regenerieren und verändern kann.

Neuronale Plastizität in der Rehabilitation

In der Rehabilitation ist die neuronale Plastizität ein wesentlicher Punkt für das Wiedererlernen verloren gegangener Fähigkeiten. Wird das Nervensystem von außen stimuliert oder überanstrengt, so kommt es zu einer Anpassung an die erhöhten Anforderungen. Nach einer Verletzung des Cortex’ eines Menschen bestehen kritische Zeitfenster, in denen das Nervensystem besonders formbar ist.
Diese Phasen und das Training sind elementar für den Rehabilitationserfolg. 

Diesen Prozess machen wir uns bei living brain für unsere Übungen zu Nutze. Wir stimulieren die Hirnareale auf eine Art und Weise, die die Plastizität des Gehirns anregen und verloren gegangene Fähigkeiten zurückbringen soll.

 

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Quellen

Ansado et al. (2020). How brain imaging provides predictive biomarkers for therapeutic success in the context of virtual reality cognitive training.

Kognitives Training in VR erzeugt nachweisbare Veränderungen im Gehirn, welche auch mit spezifischen Biomarkern nachweisbar sind und prädiktiven Wert haben können. 

Grewe et al. (2013). Learning real-life cognitive abilities in a novel 360°-virtual reality supermarket- a neuropsychological study of healthy participants and patients with epilepsy.

Eine 360°-VR-Umgebung eines virtuellen Supermarktes erzeugte bei Epilepsiepatienten Lerneffekte (visuospatial, strategisch, verbal). VR eignet sich bei Epilepsiepatienten und Gesunden dazu, alltägliche Aktivitäten zu trainieren.

Lee, C.-H., Kim, Y.-S., Jung, J.-H. (2020). Effectiveness of Virtual Reality based Cognitive Rehabilitation on Cognitive Function, Motivation and Depression in Stroke Patients.

Kognitive Rehabilitation bei Patienten nach subakutem Schlaganfall mit virtueller Realität hat positivere Auswirkungen auf die kognitive Funktion und die Motivation als konventionelle kognitive Behandlungsansätze. 

Liao et al. (2020). Using virtual reailty-based training to improve cognitive function, instrumental activities of daily living and neural efficiency in older adults with mild cognitive impairment.

Immersive VR in Kombination mit körperlicher Aktivität hat bei älteren Menschen mit Mild Cognitive Impairment einen positiven Effekt auf verschiedene kognitive Fähigkeiten. Die positiven Effekte von VR und körperlicher Aktivität waren signifikant besser, als die des Computertrainings.

Nudo, R.J. (2013). Recovery after brain injury-mechanisms and principles.

Gezielte und intensive Rehabilitation nach einer Verletzung des Nervensystems ist wichtig und effektiv, um von biologischen Prinzipien im Rehabilitationsprozess profitieren zu können.

 

Thapa et al. (2020). The Effect of a Virtual Reality-Based Intervention Program on Cognition in Older Adults with Mild Cognitive Impariment – A Randomized Control Trial.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass VR-basiertes kognitives Training positive Auswirkungen auf die Kognition bei Patienten mit Mild Cognitive Impairment hat, insbesondere konnten Verbesserungen der Exekutivfunktionen und einigen körperlichen Fähigkeiten nachgewiesen werden. Ebenfalls zeigte die Hirnaktivität (nachgewiesen im EEG) positive Veränderungen hinsichtlich der Aufmerksamkeit während des VR-Trainings.

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